Palliativversorgung
(Palliativversorgung, hospice care)DiagnosePalliativversorgung fokussiert auf Linderung von Beschwerden und Erhalt der Lebensqualität, wenn eine Heilung nicht mehr möglich ist. Bei fortgeschrittener CNI (Stadium III–IV) verschiebt sich das Ziel von lebensverlängernden Maßnahmen hin zu Komfort, Schmerzfreiheit und Lebensqualität. Dazu gehören Schmerztherapie, Unterstützungsfütterung und Entscheidungen zum „richtigen Zeitpunkt".
Phosphatbinder
(Aluminium-Hydroxid, Lanthancarbonat, Renalzin, Epakitin)MedikamentPhosphatbinder werden zum Futter gemischt und binden Phosphor im Darm, bevor er ins Blut aufgenommen werden kann. Dadurch wird die Hyperphosphatämie kontrolliert. Gängige Substanzen: Aluminium-Hydroxid, Calciumcarbonat, Lanthancarbonat (Renalzin), Chitosan-basiert (Epakitin). Die Wahl richtet sich nach dem Kalziumgehalt im Blut.
Praxistipp: Phosphatbinder müssen direkt ins Futter gemischt werden — nur so wirken sie effektiv. Die Dosierung muss regelmäßig angepasst werden.
Phosphor (Blutbefund)
(Phosphat, P im Blut)LaborwertPhosphor ist ein wichtiges Mineral, das bei CNI aufgrund eingeschränkter Nierenausscheidung im Blut ansteigen kann (Hyperphosphatämie). Erhöhter Phosphorspiegel beschleunigt die Progression der CNI erheblich (Nephrokalzinose) und ist mit verkürzter Überlebenszeit assoziiert. Referenzbereich Hund: 0,81–1,94 mmol/l.
Praxistipp: Phosphorkontrolle ist eine der wichtigsten Therapiemaßnahmen bei CNI. Phosphorarme Diät und ggf. Phosphatbinder werden eingesetzt.
Phosphor im Futter
(Phosphorgehalt, Phosphorkontrolle)ErnährungPhosphor ist in tierischen Proteinen reichlich enthalten und wird bei CNI-Hunde eingeschränkt. Diätfutter für Nierenkranke enthält deutlich weniger Phosphor als handelsübliches Futter. Die Phosphorkonzentration wird auf Trockensubstanz (TS) angegeben, um verschiedene Feuchtigkeitsgehalte vergleichbar zu machen. Empfehlung CNI: < 0,5 % TS (empfohlen), 0,5–1,0 % TS (bedingt geeignet), > 1,0 % TS (nicht empfohlen).
Praxistipp: Achten Sie beim Futterkauf auf die Angabe auf Trockensubstanz (TS), nicht auf Originalsubstanz (OS) — nur so ist ein fairer Vergleich möglich.
PKD – Polyzystische Nierenerkrankung
(Polyzystische Nierenerkrankung, Polycystic Kidney Disease)DiagnosePKD ist eine erbliche Erkrankung, bei der sich in den Nieren zahlreiche Zysten (flüssigkeitsgefüllte Hohlräume) bilden, die gesundes Nierengewebe verdrängen. Bei Hunden gilt insbesondere der Cairn Terrier und der Bullterrier als prädisponiert. Die Zysten sind mittels Ultraschall erkennbar. PKD führt langfristig zur chronischen Niereninsuffizienz.
Polydipsie und Polyurie (PU/PD)
(Polyurie, PU/PD, vermehrtes Trinken)SymptomPolydipsie (vermehrtes Trinken) und Polyurie (vermehrtes Urinieren) treten häufig zusammen auf und sind eines der frühesten und häufigsten Zeichen einer CNI. Die erkrankten Nieren können Wasser nicht mehr effizient rückresorbieren, was zu großen Urinmengen und kompensatorisch erhöhter Trinkmenge führt.
Praxistipp: Messen Sie die Trinkmenge Ihrem Hund: mehr als 100 ml pro kg Körpergewicht täglich gilt als erhöht und sollte tierärztlich abgeklärt werden.
Protein in der CNI-Diät
(Eiweiß im Futter, Proteingehalt, Eiweißrestriktion)ErnährungDie Proteinmenge in der CNI-Diät ist umstritten: Zu viel Protein erhöht den Harnstoff (BUN) und belastet die Nieren; zu wenig Protein führt zu Muskelschwund (Kachexie). Aktuelle Empfehlung (IRIS): Qualitativ hochwertiges, gut verdauliches Protein in moderater Menge, aber keine strenge Restriktion — besonders nicht im Stadium I–II. Schwerpunkt liegt auf Phosphorreduzierung.
Praxistipp: Mageres Huhn oder Pute, Kaninchen und Wildfleisch sind proteinreich aber vergleichsweise phosphorarm — eine sinnvolle Kombination für CNI-Hunde.
Proteinurie (Eiweiß im Urin)
(UPC, Urin-Protein-Kreatinin-Quotient)LaborwertGesunde Nieren halten Proteine im Blut zurück. Bei Nierenschäden gelangt Eiweiß in den Urin (Proteinurie). Der UPC-Quotient misst das Verhältnis von Protein zu Kreatinin im Urin. Normwert Hund: < 0,2. Werte über 0,4 gelten als klinisch relevant (Proteinurie). Proteinurie beschleunigt die CNI-Progression und ist ein Risikofaktor für kürzere Überlebenszeiten.
Praxistipp: Proteinurie wird durch ACE-Hemmer (z. B. Benazepril) oder Sartane behandelt. Bitte fragen Sie Ihren Tierarzt nach dem UPC-Wert.
PTH – Parathormon
(Parathormon, Hyperparathyreoidismus)LaborwertParathormon (PTH) reguliert den Kalzium- und Phosphorhaushalt. Bei CNI steigt PTH reaktiv an (sekundärer Hyperparathyreoidismus), um Phosphor über die Nieren auszuscheiden. Langfristig erhöhte PTH-Werte schädigen jedoch weitere Organe (Herz, Nervensystem, Knochen) und beschleunigen die CNI-Progression.