Warum ist Flüssigkeit bei CNI so wichtig?
Gesunde Nieren konzentrieren Urin und konservieren damit Wasser. Erkrankte Nieren verlieren diese Fähigkeit — Hunde mit CNI produzieren großmengen verdünnten Urin und verlieren dabei deutlich mehr Flüssigkeit als gesunde Tiere. Gleichzeitig leiden viele Hunde an vermindertem Durstgefühl.
Die Folge: chronische Dehydration, die die Nierendurchblutung weiter reduziert, die Konzentration von Giftstoffen im Blut erhöht und das Fortschreiten der Erkrankung beschleunigt. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist daher eine der wichtigsten Maßnahmen überhaupt.
Tagesbedarf berechnen
Der ungefähre Flüssigkeitsbedarf einer Hund beträgt:
- Ca. 40–60 ml pro kg Körpergewicht pro Tag
- Ein 20 kg schwerer Hund benötigt also ca. 800–1.200 ml täglich
- Bei CNI-Hunde oft deutlich höher durch den erhöhten Urinverlust
Nassfutter: Die einfachste Lösung
Nassfutter enthält ca. 70–80 % Wasser. Ein Hund, der ausschließlich Nassfutter frisst, nimmt damit bereits einen Großteil ihres Flüssigkeitsbedarfs über die Nahrung auf. Der Wechsel von Trocken- zu Nassfutter ist daher die effektivste Einzelmaßnahme zur Steigerung der Flüssigkeitszufuhr.
Wenn Ihr Hund Trockenfutter bevorzugt, können Sie versuchen, das Futter mit Wasser oder einer kleinen Menge natriumarmer Hühnerbrühe anzufeuchten — dies wird aber nicht von allen Hunden akzeptiert.
Trinkverhalten fördern: Praktische Tipps
Trinkbrunnen statt stehender Schüssel
Viele Hunde trinken deutlich mehr aus einem Trinkbrunnen mit Fließwasser als aus stehenden Schüsseln. Frisches, fließendes Wasser wird instinktiv bevorzugt. Empfehlenswerte Hundetrinkbrunnen (im deutschen Handel erhältlich): PetSafe Drinkwell Platinum, Ceramic Pet Fountain, Pioneer Pet große Modelle für Hunde — auch für Mehrhunde-Haushalte geeignet.
Mehrere Wasserstellen
Verteilen Sie 3–5 Wasserschalen in der Wohnung — auch in den Lieblingsaufenthaltsorten Ihrem Hund. Manche Hunde trinken deutlich mehr, wenn sich das Wasser nicht in der Nähe des Futternapfs befindet (Instinkt: Wasserquelle entfernt von der Beute).
Material und Tiefe der Schüssel beachten
Viele Hunde bevorzugen breite, stabile Schüsseln, bei denen sie bequem trinken können ohne das Gefäß zu verschieben. Edelstahl oder Keramik sind Plastik vorzuziehen (kein Eigengeschmack, leichter zu reinigen, hygienischer).
Wasser aromatisieren
Manche Hunde trinken besser, wenn das Wasser leicht aromatisiert ist. Erlaubte Zusätze in sehr kleinen Mengen:
- Natriumarme Hühnerbrühe (ohne Zwiebeln, ohne Knoblauch)
- Fleischwasser aus gedünstetem Huhn oder Pute
- Leichte Gemüsebrühe (ohne Salz, ohne Zwiebeln)
Dehydration erkennen: Der Haut-Zelt-Test
Nehmen Sie vorsichtig eine Hautfalte im Nacken Ihrem Hund und lassen Sie sie los. Bei einer gut hydrierten Hund springt die Haut sofort zurück. Wenn die Falte mehr als 2 Sekunden steht (Zeltbildung), besteht Dehydration — bitte zeitnah einen Tierarzt aufsuchen.
Subcutane Infusionen (ab Stadium 3)
Bei fortgeschrittener CNI (IRIS Stadium 3–4) reicht die orale Flüssigkeitszufuhr oft nicht mehr aus. In diesem Fall empfiehlt der Tierarzt häufig subcutane (unter die Haut) Infusionen mit Ringerlaktat oder NaCl-Lösung. Diese können nach einer kurzen Einweisung in der Regel sicher von Tierhaltern zu Hause durchgeführt werden.
Typische Infusionsmengen: 100–150 ml pro Infusion, 2–7 Mal pro Woche, je nach Bedarf. Fragen Sie Ihren Tierarzt nach einer praktischen Einweisung — die meisten Hunde tolerieren die Infusionen nach kurzer Eingewöhnungszeit gut.
